Vor uns steht ein Wochenendkurztrip ins Allgäu, genauer gesagt, geht es nach Oberstdorf. Um überhaupt dorthin zu kommen, wurden bereits alle organisatorischen Tätigkeiten erledigt, die für einen reibungslosen Ablauf nötig sind. Das heißt zum Beispiel: Unsere treuen Busse des Kreisjugendrings Roth wurden bereits morgens von zwei extremst attraktiven Männern abgeholt und nach Schwabach überführt und mit allerlei Köstlichkeiten befüllt (Ess- und Trinkbares!). Wer in welchem Bus mitfährt ist auch bereits geplant, denn wie schon oft gibt es einen frühen und einen späten Bus, damit manch teilnehmende Person sich in der Uni noch ausreichend kognitiv verausgaben kann. Man munkelt, dass der der spätere Bus fast alle Teilnehmenden persönlich von daheim abgeholt hat. Was ein Luxus! Darunter auch eine Person, die bis 10 Minuten vor Abfahrt noch nicht einmal wusste, dass sie jetzt doch noch mitfährt. Die Fahrt beider Busse verläuft reibungslos, sodass wir uns abends im Hostel treffen und unsere Zimmer beziehen können, welche raffinierte Holzfräsungen aufweisen, die den Laien staunen und den Fachmann sich wundern lassen. Auch alte Snowboards, die nun als Geländer für die Hochbetten fungieren, machen ganz schön was her. Nach dem gemeinsamen Abendessen (Nudeln mit Tomatensoße), welches in der Gemeinschaftsküche zubereitet wurde, testen wir noch unser maues LVS-Können mit einer kleinen Verschütteten-Simulation in Kleingruppen. Natürlich nur wegen einem ungünstigen Terrain und diesen verflixten Kameras und deren Blitzfunktion, dauert diese Übung etwas länger, als es eigentlich sein sollte. Nach dem LVS-Training sitzen wir noch gemütlich zusammen, gehen dann aber recht zeitig zu Bett, damit wir fit sind für unsere morgige Tour auf das Riedberger Horn, welche für viele die erste Skitour überhaupt in ihrem Leben sein wird.
Am nächsten Morgen geht es nach einem stärkenden Frühstück auf unsere erste Skitour an diesem Wochenende. Nachdem alle ihre Ski, manche mit viel Mühe, befellt haben und die Pieps nochmal auf ihre Funktionsfähigkeit und den Akkustand getestet wurden, fahren wir endlich los. Dort angekommen teilen wir uns in die am Vorabend zugeordnete Gruppen auf. Und nach einem Pieps-Check macht sich jede Gruppe in ihrem Tempo auf den Weg. Schon nach den ersten paar Metern wird sich diverser Jacken und Pullis entledigt und gegen eine Sonnenbrille getauscht. Wir haben Glück, das Wetter heute ist fantastisch. Nachdem wir auf dem ersten kleineren Gipfel angekommen sind, geht es auf der anderen Seite im Powder wieder nach unten. Für viele ist es in dieser Saison, nach der langen Sommerpause, das erste Mal wieder auf Skiern, weshalb sich einige nach ein paar Metern Abfahrt erstmal den Schnee von der Hose klopfen müssen. Trotzdem kommen alle sicher im Tal an, dort wird sofort wieder aufgefellt und schon geht es den nächsten Anstieg empor. Oben angekommen wird gevespert und langsam treffen sich alle Gruppen um die letzten paar Höhenmeter bis zum eigentlichen Gipfel, dem Riedberger Horn, gemeinsam zu bestreiten. Viele sind schon sehr müde und doch wird sich noch bis ganz nach oben gekämpft. Oben angekommen gibt es glückliche Gesichter, Umarmungen (für einige ist es die erste richtige Skitour) und natürlich Gipfelschokolade. Danach wird sich an die Abfahrt gemacht und am Parkplatz führen die Hartgesottenen von uns noch eine inszenierte Verschütteten Suche durch. Leider klagen einige über Fußprobleme durch drückende Skischuhe, weshalb sich ein Bus schon früher auf die Rückfahrt macht und dafür noch einen kleinen Stopp bei einem Supermarkt macht, um noch ein paar Zutaten für das Abendessen zu kaufen. In der Unterkunft angekommen lassen wir uns nach einem großartigen Abendessen und ein paar Runden Uno Flip platt in die Betten fallen
Nachdem einige wenige ihre Bettgehzeit am Gestrigen Abend etwas überzogen hatten, ist unsere Truppenstärke zur vereinbarten Zeit am Frühstücksbuffet sehr überschaubar. Dafür ist der jeweilige Auftritt der einzelnen umso sehenswerter. Nach einer gefühlten Ewigkeit sind schließlich alle Taschen und Leute in den Bussen verstaut und wir fahren los zur Gunzensrieder Säge. Von hier laufen wir zuerst in drei unterschiedliche Richtungen mal mehr mal weniger auf einer Forststraße in Richtung Bleicherhorn und Höllritzereck. Unser Weg schlängelt sich nach einer Weile steil eine Wiese hinauf. Wobei es bei der dicke der Schneedecke absolut richtig ist von einer Wiese zu sprechen. Also noch schnell abschnallen und durch ein kurzes Waldstück tragen, bevor wir eine Forststraße überqueren, um wieder Spitzkehren in der Wiese machen zu können. Jetzt wartet ein schönes langes ebenes Stück in der Sonne auf uns. Gegen Mittag kommen wir wie es der Zufall will an einer Pausenhütte vorbei. Während wir gemütlich unsere Brotzeit verspeisen, kommt ein weiterer Teil unserer großen Gruppe vorbei und gesellt sich zu uns. Wir packen unsere Sachen und machen uns auf den Weg zum Gipfel, wo bereits die erste Gruppe wartet. Was eine für eine Brotzeit-Hütte! JA...an manchen Stellen muss der Schnee gesucht werden Strukturiertes Chaos am Parkplatz Auf den letzten Metern zum Höllritzereck Die letzten Meter vergehen wie im Flug und schon sind alle auf dem Höllritzereck beisammen. Hier wird nochmal ein bisschen gegessen oder gerangelt, bevor wir nach dem Ablichten des Gruppenfotos die Abfahrt antreten. Die ersten Schwünge durch den tiefen Schnee sind ein wahrer Genuss. Doch schneller als uns lieb ist, hat die dünne Schneedecke uns eingeholt und so ist das Specktakel der Skier, die in Verbindung mit der gelegentlich hervorblitzenden Teerstraße Funken sprühen zwar schön anzusehen, aber ebenso schmerzhaft. Mit den ersten Mondstrahlen kommen wir wieder bei den Bussen an packen unsere Sieben Sachen ein und fahren zurück nach Schwabach. Und es waren nie mehr als neun Leute gleichzeitig in einem der Autos. Auch nicht fünfzehn.
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