Kroatien 2026 | © Christoph Rauh

Kroatien 2026

Chill & Climb am Mittelmeer

27.05.2026

Samstag, der 23.05.2026

Nachdem Johannes gestern Vormittag schon losgefahren ist, Powder fast direkt an der Schule abgeholt hat und anschließend noch bis kurz hinter die kroatische Grenze gefahren ist, machen sich Simon, Filip, Lina, Marit, Eric und Gigi in der Früh um 4:45 Uhr auf die lange Autofahrt an die Adriaküste in den Paklenica-Nationalpark, da wir nicht immer nach Arco fahren können. Diese Diskussion beziehungsweise dieser Vergleich wird uns auch die ganze Woche begleiten.

Ohne Probleme kommen wir gut voran und sind um 15:30 Uhr am Campingplatz, wo wir bereits von den anderen beiden und dem Dauerurlauber Sven, der schon am Donnerstag losgefahren ist, empfangen werden. Das Meer schaut sehr verlockend aus, und so wird nur kurz das Zelt aufgebaut und anschließend sofort die Badehose angezogen.

Am Abend gibt es Nudeln mit Pesto, damit wir gut gestärkt in die Kletterwoche auf den Spuren von Karl May starten können.

Sonntag, der 24.05.2026

Als der Wecker uns um 7:00 Uhr weckt, kommen alle zu einem verschlafenen Frühstück zusammen. Bis wir abgespült und unsere Ausrüstung gepackt haben, verpassen wir unsere geplante Abfahrt um 9:00 Uhr nur knapp und machen uns um 9:10 Uhr auf den Weg zum Nationalpark, an dem doch einiges los ist, als wir unsere Tickets kaufen.

Am Parkplatz angekommen, schnappen wir uns die Ausrüstung und marschieren los. Für die Routen und die drei Dreierseilschaften haben wir uns bereits am Vorabend entschieden. Auf dem Weg zu unseren Routen sind wir uns alle noch nicht sicher, ob wir wirklich direkt zu den Routen laufen oder uns erst einmal den Park und die Kletterei anschauen wollen. Nachdem uns auffällt, dass wir schon vor 200 Metern hätten abbiegen müssen, entscheiden wir uns für Letzteres, bis wir uns schließlich doch auf den Weg zu unseren Routen machen. Dort dauert es ebenfalls einen Moment, bis wir den Einstieg finden.

Im Sinne des ersten Tages entscheiden wir uns für leichte und etwas kürzere Routen: Flex & Rex, 5a, 4 SL; Aigor, 5b, 5 SL; Piksi & Diksi, 4b, 3 SL, um uns mit dem Fels vertraut zu machen. Nach einer schönen Tour treffen wir uns wieder am Parkplatz, um dort zu vespern und der Mittagshitze im Schatten der Bäume zu entkommen.

Ein paar wollen es nach der Pause wissen und steigen in die Andi & Max, 5c, 2 SL, sowie die Franz Hohensinn, 6a+, 2 SL, ein und lassen sich dabei richtig brutzeln. Die anderen gehen noch ein bisschen zum Sportklettern, bevor alle gemeinsam zum Camp fahren, um ins kühle Meer zu springen.

Nach der erfrischenden Abkühlung machen wir uns schon auf den Weg zum Restaurant, da einige Fisch essen wollen. Zurück im Camp besprechen wir noch die letzten Ereignisse des Tages und machen uns anschließend an die Planung des nächsten Tages.

Montag, der 25.05.2026: MSL am „Stup“, Anica Kuk

Heute machen wir uns mit dem Bus gegen 08:30 Uhr in Richtung Park auf, um am sogenannten „Stup“, dem vorgelagerten Ausläufer des Anica Kuk, klettern zu gehen. Nach kurzer Rast am Wandfuß sind auch schnell die Seilschaften und die entsprechenden Tourenwünsche gefunden.

Eric, Johannes und Powder klettern die „Pero“, 6a, 4 SL. Gigi, Sven und Simon sowie Marit, Lina und Filip nehmen die „Karabore“, 5c, 4 SL, in Angriff. Die „Karabore“ zeichnet sich durch abwechslungsreiche Kletterei entlang eines Kamins aus, bei der wir aber das eine oder andere Mal auch ordentlich zupacken müssen und beim Stemmen und Spreizen im Kamin auch den einen oder anderen Fluch ausstoßen.

Auch die schwerer bewertete „Pero“ bietet spannende Kletterei und eine große, fotogene Platte am Beginn der Tour, die auch das Fotografenherz höher schlagen lässt. Da die Touren alle den gleichen Abstieg haben, warten wir auf alle, was sich etwas zieht, da wir zeitversetzt in die Touren eingestiegen sind. Die Wartezeit können wir uns aber mit dem Feldstecher und grandioser Kommentatorleistung über andere Seilschaften in den umliegenden Wänden gut vertreiben.

Beim Abstieg gönnen wir uns noch eine Badesession in einer tollen Gumpe inklusive Wasserfall, bei der wir uns mit Deep Water Soloing, Canyoning oder einfach mit Chillen in der Sonne die Zeit vertreiben. Zum krönenden Abschluss gibt es am Abend ein tolles Essen mit Ćevapčići und Steak, und wir lassen den Tag bei einer geselligen Musizierrunde ausklingen.

Dienstag, der 26.05.2026: Sportklettern

Da uns die Hitze der letzten beiden Tage schon etwas zugesetzt hat, entscheiden wir uns heute, Sportklettern zu gehen. Nach einem kurzen Frühstück und der üblichen morgendlichen Packaktion kommen wir um 9:30 Uhr am Parkplatz an.

Wir nehmen uns zunächst die Routen am Weg vor, die sich ganz in der Nähe des Parkplatzes befinden. Dort ist für jeden etwas dabei, wobei uns die schwereren Touren doch recht viel Kraft abverlangen. Als schließlich die Mittagssonne direkt auf die Wand scheint und selbst eine gute Handvoll Chalk die Hände nicht mehr trocken bekommt, gehen wir zum entspannten Teil über und schlagen unser Lager talaufwärts direkt am Fluss auf.

Dort wird erst einmal ausgiebig gevespert. Nach dem Mittagessen gibt es einen kurzen Powernap, anschließend geht es ins Wasser. Während des Badens fallen uns die Touren an der Seitenwand des Flusses auf, die direkt im Wasser beginnen. Johannes wagt es als Erster und steigt in eine der Touren, Gorki, 6a+, ein, während Jan ihn vom ersten Haken, der sich direkt über dem Wasser befindet, aus sichert.

Anschließend wollen auch einige andere Gruppenmitglieder die lohnende Kletterei ausprobieren, sodass wir den Rest des Nachmittags an dieser Tour verbringen. Als wir schließlich zum Campingplatz zurückkehren, ist es bereits 17:00 Uhr.

Zum Essen steht heute ein absolutes Highlight auf dem Speiseplan: Pizza. Mithilfe von Erics Pizzaofen kreieren wir unsere eigenen Meisterwerke, die sich nicht vor einer italienischen Pizza aus dem Restaurant verstecken müssen. Anschließend lassen wir den Abend mit einer Großpackung Eis am Meer ausklingen.

Mittwoch, der 27.05.2026

Bei bestem Sonnenschein geht es für uns an den Westgrat, Nosorog, 4c, 6 SL, direkt am Eingang des Nationalparks. Die Mehrseillängen sind eher entspannt, dafür aber äußerst lohnend und bieten schöne, typische Wasserrillenkletterei in Zweier- und Dreierseilschaften. Jedoch kommt die Sonne schneller als gedacht zu uns, und so werden wir fast in unserem eigenen Saft gegart.

Während die einen sehr früh wieder am Auto zum Vespern sitzen, sind andere noch länger unterwegs. Dann zeigt sich ein Problem: Wir haben zu wenig Wasser dabei. Die Rettung kommt unerwartet in Form einer freundlichen Reisegruppenführerin einer geführten Tour, bei der wir morgens bereits erfolgreich Müsliriegel erschnorrt haben. Sie erscheint mit kühlem Bier und anderen Kaltgetränken.

Nach der Mittagspause zieht es einen Teil der Gruppe noch einmal an den Fels. Diesmal stehen kürzere, dafür deutlich anspruchsvollere Mehrseillängen, Kikos Bohrer, 6a, 3 SL, und Joe de Ripper, 6a, 2 SL, auf dem Programm, ebenfalls mit absolut lohnender Rinnen- und Plattenkletterei.

Anschließend geht es zurück zum Campingplatz mit einer verdienten Abkühlung im Meer. Der Abend wird mit der legendären „Marry Me Pasta“, kühlen Bierchen und einem schönen Sonnenuntergang abgeschlossen. Ein rundum gelungener Klettertag.

Donnerstag, der 28.05.2026: Von langen Wänden und kurzen Feiern

Für den Donnerstag fällt die Wahl der Kletterei auf zwei Mehrseillängen am Veliki Ćuk: Centralni kamin, 5b, 7 SL, und Barba Antin, 5a, 6 SL. Zwei der drei Seilschaften entscheiden sich für den Kamin, wobei eine davon sich eine reine Trad-Zwischenabsicherung zum Ziel setzt.

Die ersten zwei gelegten, nagelneuen Hexentrics kommen bereits dem ersten Nachsteiger entgegengeflogen. Bomber! Doch bis auf ein kurzes Treffen mit dem polnischen Fritz Meinecke bleibt diese Tour ereignislos, aber dennoch wunderschön und abwechslungsreich.

Am Ende treffen sich alle drei Seilschaften am gemeinsamen Ausstieg und bestreiten den bereits Tage zuvor eingehend ausgekundschafteten Abstieg als Gruppe. Nach einem kurzen, aber für Nicht-Metzger sehr interessanten Einkauf lassen wir den Abend bei hochwertigem Essen ausklingen.

Die Feier bis 0:00 Uhr für Linas Geburtstag beinhaltet mehrere Spaßgetränke und diverse professionell gespielte Musikinstrumente, darunter Maultrommel, Nasenflöte und Ukulele, und verbessert unsere ohnehin schon angekratzte Beziehung zu unseren Mitcampenden, Stichwort: Strandfahrt, nicht unbedingt. Nach dem Geburtstagsständchen verkriechen wir uns dann recht schnell in unsere Schlafsäcke, da wir doch ziemlich müde sind.

Freitag, der 29.05.2026: Pausetag

Nachdem wir die letzten fünf Tage ausgiebig geklettert sind, beschließen wir, dass wir uns heute endlich einmal einen Pausetag gönnen. Zudem verlassen uns Johannes und Jan leider, da die beiden noch eine Woche in Slowenien zum Kajakfahren verbringen werden.

Deshalb beginnt schon früh morgens eine kleine Aufräumaktion, und wir stellen im Laufe des Tages fest, dass wir das eine oder andere Gadget aus Johannes’ Camping-Equipment vermissen. Während ein paar von uns den Vormittag in der Horizontalen verbringen, muss sich Gigi leider vor seinem Laptop verbarrikadieren, da er einiges für die Uni erledigen muss.

Derweil schmeißen sich Marit, Filip und Lina höchst ambitioniert in ihre Laufschuhe, nachdem sie meinen, 30 °C, Sonne und hohe Luftfeuchtigkeit seien die besten Voraussetzungen für einen Long Run. Allerdings bleibt die anfängliche Motivation nicht allzu lange bestehen, und nach ca. 3 km heißt es Bundesstraße statt traumhafter Weg direkt am Meer. Nach weiteren 3 km entlang der Bundesstraße beschließen die drei, umzudrehen und zurück zum Campingplatz zu laufen.

Dort angekommen gibt es erst einmal eine Abkühlung im Meer, etwas zu essen und anschließend einen Powernap für alle. Nachdem wir den Rest des Tages am beziehungsweise im Meer verbringen, packen wir am Abend unsere kroatischen Kochkünste aus, besprechen den Plan für den morgigen letzten Klettertag und schlüpfen nicht viel später in unsere Schlafsäcke.

Samstag, der 30.05.2026: Letzter Klettertag

Heute geht es ein letztes Mal zum Klettern, und wir schaffen es zum ersten Mal in dieser Woche, pünktlich loszufahren! Trotz Feiertag ist nicht viel los im Nationalpark, und wir können sofort in unsere Routen einsteigen.

Während sich Filip, Simon und Eric als Dreierseilschaft in die „Water Song“, 6a, 6 SL, wagen, machen Marit und Lina sowie Sven und Gigi, jeweils als Zweierseilschaft, die „Danaja“, 5b, 3 SL. Nach erfolgreichem Be- und Absteigen der Touren treffen wir wieder aufeinander.

Marit, Lina und Sven machen sich auf den Weg zum Bus, um dort zu vespern. Gigi und Eric steigen nun endlich, nachdem die ganze Woche darüber philosophiert wurde, in die „Bears on Toast“, 6c, 2 SL, ein und können diese auch erfolgreich, aber nicht frei, bezwingen. Diesen Erfolg halten Simon und Filip mit gleich zwei Kameras für die Nachwelt fest.

Nachdem wir wieder alle vereint sind und gevespert haben, geht es zurück an den Campingplatz und direkt ins Meer zum Abkühlen. Anschließend machen wir uns ans Aufräumen, damit wir am nächsten Tag zeitig den Heimweg antreten können.

Zum Abendessen gibt es den von Eric heiß ersehnten Schaschlik-Topf, der auch allen anderen gut schmeckt. Den Abend lassen wir bei guter Musik am Meer ausklingen, bevor wir ein letztes Mal in den Schlafsack kriechen, den wir die Woche fast nie gebraucht haben, weil es so warm war.

Sonntag, der 31.05.2026: Heimreise

Da wir gestern schon gute Vorarbeit geleistet haben, müssen wir heute nur noch das Zelt einreißen und unsere letzten sieben Sachen im Bus verstauen, bevor wir pünktlich um 6:00 Uhr den schönen Campingplatz verlassen und die Heimreise antreten.

Die Fahrt verläuft ohne große Highlights, abgesehen von einer kurzen Rastplatz-Musizierstunde und dem Weltuntergang auf Höhe Passau. Um 16:30 Uhr sind wir dann endlich wieder in sicheren heimischen Gewässern und können auf eine tolle Woche in einer extrem interessanten Region zurückblicken, die Lust auf mehr macht.