© DAV Schwanstetten

Gipfelglück im Blick, die Sicherheit im Herzen

Rätikon-Bergtour vom 16. bis 18. Juli 2026 auf die Drei Türme (2.830 m)

16.07.2026

Tag 1

Trotz düsterer Unwetterwarnungen im Vorfeld ließen wir uns nicht abschrecken – und unser Mut wurde belohnt! Bei bestem Bergwetter und angenehmen Temperaturen starteten wir zu viert ins wunderschöne Rätikon. Ursprünglich war die Tour für acht Personen geplant und ausgeschrieben, aber vier Teilnehmer haben aufgrund der vorhergesagten schlechten Wetterbedingungen ihre Teilnahme abgesagt. Das muss man auch so respektieren.

Der Aufstieg vom Parkplatz am Lünersee-Kraftwerk in Latschau führte durch das malerische Gauertal, stets die beeindruckende Nordwand der Drei Türme vor Augen. Das Wetter hielt sich fantastisch: Den ganzen Tag über herrschten strahlender Sonnenschein und beste Fernsicht. Nach einem abwechslungsreichen Marsch und kurzer Einkehr im Naturfreundehaus erreichten wir nach 2,5 Stunden die Lindauer Hütte (1.744 m), das gemütliche Quartier für die nächsten zwei Nächte. Da aufgrund der schlechten Wetterprognose die Hütte nicht ausgebucht war, hatten wir ein sehr komfortables 8er-Mehrbettzimmer für uns zu viert. Erst als wir alle sicher in der Hütte saßen und das verdiente Abendessen genossen, entfesselte sich nachts das angekündigte Gewitter – perfektes Timing nennt man das wohl!

Tag 2

Am nächsten Morgen zeigte sich das Wetter nach dem nächtlichen Guss wieder von seiner besten Seite: Leichte Bewölkung und klare Luft boten ideale Startbedingungen für das große Ziel, die Drei Türme (2.830 m).

Über alpines Gelände ging es zügig bergauf. Zunächst durch Latschen und über grüne Bergwiesen. Je mehr wir an Höhe gewannen, desto weniger Vegetation und Schatten bot sich uns. Die Sonne war inzwischen hinter den Wolken hervorgekommen und heizte uns ordentlich ein.

Der markierte Weg im oberen Bereich mündete nun in einen unmarkierten Steig über Blockgelände und später über Schutthalden mit losem Gestein und Geröll sowie über Altschneefelder. Die Routenfindung zweigte sich in diesem fragilen Gelände äußerst schwierig und langwierig – der Aufstieg verzögerte sich. Bei der Wetterbesprechung am Morgen mit dem Hüttenwirt nannte er uns ein sicheres Zeitfenster bis ca. 13 Uhr. Danach muss mit starken Gewittern gerechnet werden. Nachdem wir um 11.30 Uhr noch nicht in Gipfelnähe waren, brachen wir den Aufstieg schweren Herzens ab und begaben uns auf den Rückweg. Sicherheit geht vor Gipfelglück!

Die Berge laufen uns nicht davon! Die spektakuläre Kulisse und das gemeinsame Abendessen im Angesicht der riesigen Felswände waren auch ohne Gipfelkreuz ein echtes Erlebnis. Letztlich hat das stabile Wetter bis in die Abendstunden gehalten - aber am Schluss ist man immer schlauer. In der Nacht zogen dann Gewitter auf und es hat immer wieder stark geregnet.

Tag 3

Am nächsten Morgen stiegen wir im Regen ab zum Naturfreundehaus uns genossen dort in aller Ruhe ein ausgedehntes Frühstück. Frisch gestärkt konnten wir nun den Nachhauseweg antreten.

Ein rundum gelungenes Bergwochenende. Mit Wetterglück und der nötigen Portion Alpinverstand, um im richtigen Moment die richtige Entscheidung zu treffen. Alle kamen gesund zurück – das ist die Hauptsache! 

Gerhardt Werner (Tourenleiter)