Wer: 6 Ortsgruppenmitglieder Wann: 16.05.2024 – 18.05.2024 Wo: GPS: DD. 47.635718, 12.858222 Oder genauer gesagt: Stützpunkt: Neue Traunsteiner Hütte Wie: Über den Wachtlersteig nach oben, über den Schrecksteig nach unten
Aber jetzt noch etwas genauer
Am frühen Donnerstag ging es zur ersten frühsommerlichen Gruppenwanderung in die bayerischen Ostalpen. Das Ziel sollte die Reiter Alpe im Berchtesgadener Land sein. Unser Einstieg bzw. die Parkposition: Schwarzbachwacht oder „Wachterl“.
Der Unsicherheitsfaktor Wetter
Wie so oft – das Wetter hat es bis zuletzt spannend gemacht. Von richtig regnerisch bis Sonnenschein war in der Vorhersage alles dabei. Aber am Abreisetag wurde klar: heiter bis wolkig – mit launischen Schauern bis zur Gewitterneigung. Und die Sonne wollte sich auch hin und wieder zeigen.
Über den langen, aber sehr idyllischen und urtümlichen „Wachtlersteig“ ging es ca. 800 Höhenmeter wildromantisch und abwechslungsreich nach oben. Zuerst steil Berg auf, dann im welligen Gelände über das Hochplateau weiter. Und immer wieder mussten wir Altschneefelder queren, was aber keine Probleme darstellte. Nach etwas mehr als 4 Stunden war die Hütte dann in greifbarer Nähe … aber tatsächlich auch erst, als wir direkt vor ihr standen. Der Blick auf die Neue Traunsteiner Hütte ließ lange auf sich warten. Der Aufstieg bescherte uns lediglich wenige Regentropfen, aber sehr viel Genuss.
Die Hütte
Die Neue Traunsteiner Hütte ist in fränkischer Hand. Die Hüttenwirte führen sie familiär und sehr engagiert. Neben den Hüttenpächtern gehören der Hüttenhund „Lui“ und die Hüttenkatze „Kitti“ zum Inventar. Wir durften ein gemütliches 4-er und ein 3-er-Bettenlager beziehen. Die Hütte ist auf neuesten ökologischen Stand – bei genügend Sonnenstunden stehen sogar Warmwasserduschen zur Verfügung. Und für Speis und Trank ist bestens gesorgt.
Angekommen auf der Neuen Traunsteiner Hütte sitzt man auf der Sonnenterrasse zu Füssen einer malerischen Reihe an Bergen – je nach Lust, Laune und Können ist alles dabei. In der frühen Zeit im Jahr wären manche Berge noch nicht oder nur mit Winterausrüstung begehbar gewesen. Wir haben uns aufgrund der Wetter- und Witterungsbedingungen für die „Hüttenhausberge“ entschieden. Nach einem ausgedehnten Frühstück zogen wir los, den Großen Weißschartenkopf zu besteigen. Über sanfte Wiesen und einem steinigen Steig ging es nach oben. Der Große Weißschartenkopf ist eine Erhebung an den steilen Nordabbrüchen der Reiter Alpe. Das Wetter meinte es gut mit uns und am Gipfel kämpfte sich die Sonne durch die ständig über das Plateau hochwabernden Nebelschwaden. Ein tolles Schauspiel. Und das Massiv des Hochkalter und des König Watzmann ließen sich auch blicken.
Von dort schritten wir westlich zum zweiten Gipfel, dem Großen Bruder. Durch Latschenwälder zog sich ein kaum sichtbarer Steig, danach ging es weiter durch ein Meer von Alpenblumen. Über einen Felssteig stiegen wir hinauf zum Größten der drei Brüder. Ein wunderschönes, neu errichtetes Kreuz markierte den höchsten Punkt. Aus der Ferne zogen schwere Wolken in unsere Richtung und Donnergrollen war zu hören. Es war höchste Zeit, den Rückzug anzutreten. Wir stiegen hinab und bewegten uns über sanfte Bergwege zurück. Kurz vor dem Stützpunkt holte uns der Regen ein. Die sehr schöne, aussichtsreiche und genussvolle Rundtour hatte sich gelohnt.
Nach dem Trockenlegen wurde in der Hütte nach einer heißen Schokolade und einer Portion Kaiserschmarrn der gemütliche Teil des Tages eingeleitet.
Bei strahlend blauem Himmel ging es am Samstagvormittag über den Schrecksteig zurück ins Tal. Ein schöner Bergsteig, der entlang der Steilabbrüche des Gebirgsstocks hinab führt. Von Oberjettenberg war es nicht weit zur B 305. Da unsere Fahrzeuge noch ca. 8 Kilometer vom jetzigen Standort entfernt waren, öffentliche Verkehrsmittel leider nicht zur Verfügung standen, befolgten wir den Rat der Hüttenwirtin: Wir reckten den Daumen nach oben. Und wie uns versprochen wurde: Die Einheimischen sind darauf eingestellt – und nahmen uns ohne Weiteres mit. So waren wir sehr schnell und unkompliziert zurück am Ausgangsort.
Das Ende
Nach dem Abstieg gönnten wir uns noch eine Vesper mit Blick auf die Berchtesgadener Berge. Bei schönstem Wetter traten wir beseelt vom ersten Bergerlebnis der Saison den Heimweg an.
Das Fazit
Die Reiter Alpe ist ein absolutes Idyll in Mitten der touristischen Berchtesgadener Berge. Nicht überlaufen, gute Weginfrastruktur, für jedem Geschmack was dabei. Viel Natur und alpines Erlebnis. Ein wahrer Geheimtipp – auch wenn er alles andere als unbekannt ist.
Unser Tourenkalauer (oder was zum Nachdenken)
Oft gehört , oft erzählt … und ja, es passiert wirklich! Die „Lieblingswanderschuhe“ eines Teilnehmers gaben den Geist auf. Die etwas in die Jahre gekommenen Schuhe (man sollte meinen, dass man mit 8 Jahren noch nicht zum alten Eisen gehört) trennten sich unverhofft von ihren Sohlen. Den Schuhen sah man von außen nichts vom porösen Innenleben an. Notdürftig konnten wir die Schuhsohlen mit Kabelbindern, Kleber und Bändern an den Füßen seines Eigentümers festbinden. Der Ausflug war gerettet! Klein bei gaben sie erst auf der Teerstraße nach dem Abstieg. Tipp: Die „Schuhfrage“ ist vor der Tour immer ein Gedanke Wert!!!
Andrea Fillinger (Tourenleiterin)
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