Klettern Oberreintal 2023 | © Benedikt Rauh

Alpinklettern Oberreintal

Mit der Jungmannschaft im Kletterparadies

11.06.2023

Donnerstag, 08.06.2023: Anreise

Der Tag beginnt früh, als wir uns um 6:41 Uhr im Zug nach Nürnberg treffen. Wir sind voller Vorfreude auf das bevorstehende Wochenende im Oberreintal, das uns mit Klettermöglichkeiten und Abenteuern lockt. Gegen 7:00 Uhr kommen wir in Nürnberg an. Hier haben wir einen kurzen Zwischenstopp, bevor es weiter nach Garmisch geht. Wir nutzen die Gelegenheit, um noch schnell Geld abzuheben und noch etwas Verpflegung für die Fahrt zu kaufen. Nach einer angenehmen Zugfahrt (kein Vergleich zum letzten Jahr) erreichen wir um 11:55 Uhr Garmisch. Die malerische Alpenstadt empfängt uns mit ihrer beeindruckenden Kulisse aus schneebedeckten Gipfeln und grünen Tälern.

Von dort startet unser Fahrradweg über die Partnachklammalm. Der Fahrradweg bis zur Alm ist steil und anspruchsvoll, nur einer, der sagenhafte Bebbo R. verzichtet komplett auf das Schieben des Rads. Nachdem wir die Fahrradtour über die Laubhütte bis zum Oberreintalabzweig beendet haben, stellen wir unsere Fahrräder ab und beginnen unsere Weiterwanderung ins Oberreintal. Die letzten Höhenmeter müssen wir zu Fuß bewältigen, da der Weg zu steil für das Fahrradfahren ist. Am Fahrrad-Platz treffen wir unsere Freunde aus Amberg die behaupten, dass Anton sein Rucksack zu leicht sei und prompt hat er ein Seil und 10 weitere Backsteine im Rucksack, na toll. Mit jedem Schritt nähern wir uns unserem Ziel und genießen die wunderschöne Berglandschaft um uns herum, dennoch drückt der Rucksack mittlerweile schon sehr am Rücken. Um 15:45 Uhr erreichen wir endlich unsere Hütte im Oberreintal. Erschöpft, aber voller Freude über unsere Errungenschaften, werden wir von der herzlichen Atmosphäre und dem herrlichen Panoramablick belohnt. Es ist Zeit, uns auszuruhen, unsere Energiereserven wieder aufzufüllen und uns auf ein unvergessliches Wochenende im Oberreintal einzustimmen. Außerdem warten unsere Freunde von der Sektion Amberg schon auf der Hütte. Das Wochenende verspricht eine aufregende Kombination aus Klettern, Naturerlebnissen und gemütlichem Beisammensein in der Oberreintal-Hütte. Mit der Fahrradtour und der anschließenden Wanderung haben wir bereits die ersten Abenteuer erlebt und sind bereit, das Beste aus unserer Zeit im Oberreintal zu machen.

Freitag, 09.06.2023: Zweithöchster Oberreintalturm Ostverschneidung

Nach der ersten Nacht werden alle um 7 Uhr mit Sommer-Sonne-Kaktus und einem herzlichen „Café ist fertig“ von der Hüttenwirtin geweckt. Nach dem Frühstück und den letzten Vorbereitungen geht es dann um 8:30 zum zweithöchsten Oberreintalkopf los. Nach knapp 1 1/2h Gehzeittreffen wir um 10 Uhr wir am Rucksackdepot ein, welches wir auf einem großen frisch ausgebrochenen Felssturz beziehen. Da dieser direkt auf einem Schneefeld liegt, ist der Wind sehr eisig und die Mannschaft beginnt zu frieren. Nachdem die ersten beiden Seilschaften (Bene/ Till und Sophie/ Lina/ Johanna) ohne Probleme in die erste Seillänge gestartet sind, gibt es bei der letzten ein kleines Problem. Einer aus der dreien um Christoph, Eric und Anton lässt am Einstieg seinen Kletterschuh 70 m runterfallen. Somit muss erst eine Schuhbergeaktion gestartet werden, bevor alle um 10:45 Uhr dann endlich mit der Ostverschneidung beginnen. Zwölf Seillängen, einigen Panoramaaussichten, schönen Rissen, dem ein oder anderen Schauer und Donner (in mehrerer Hinsichten) später, erreichen alle gegen 16:30 Uhr den Ausstieg. Da es so lang gedauert, haben wir uns eine deftige Brotzeit am Gipfel verdient. Nach einer dreiviertel Stunde und einigem Suchen nach dem Abseilstand, können die ersten den Abstieg antreten. Um 18:30 Uhr erreichen wir die Rucksäcke und essen noch eine Schoki um dann um 19:45 Uhr an der Hütte anzukommen. Einige haben noch einen Zwischenstopp beim Baden in einem kleinen Steinbecken gemacht. An der Hütte empfängt uns unser neuntes Gruppenmitglied, welcher am Freitagnachmittag nachgekommen ist.

Samstag, 10.06.2023: Oberreintalturm Fahrradlkante und alte Westwand

Wie auch schon gestern, werden wir um 7 Uhr mit Sommer, Sonne, Kaktus geweckt und der/die ein oder andere springt mehr oder weniger sofort aus dem Bett. Diese Nacht ist durch unseren gestrigen Zuwachs noch kuscheliger gewesen als zuvor. Nach dem gemeinsamen Frühstück packen wir unsere Rucksäcke und diskutieren darüber, wen das Los des Packesels trifft. Für einen kurzen Moment gibt es keine emanzipierte Frauen mehr und es wird eher nach dem Motto: ,,Schwere Rucksäcke für starke, große Männer“ entschieden. Dann geht es gegen 8:30 Uhr auch schon in Richtung Oberreintalturm. Wie bereits am Abend vorher besprochen wurde, teilen wir uns in drei Dreierseilschaften auf. Während sich Gigi, Eric und Anton, sowie Bene, Lina und Till in den Klassiker, die ,,Fahrradlkant'n“, mit 5-9 Seillängen begeben, nehmen sich Johanna, Sophie und Johannes die ,,Alte Westwand“ vor. Und so steigen wir um 10:30 Uhr in unsere Touren ein. In der Fahrradlkant’n wird fleißig auf die Fahrradfahrer aufgepasst und es werden in jeder Seillänge diverse Fotoshootings durchgeführt. Die Bedingungen sind dafür aber auch zu verlockend: blauer Himmel und Sonnenschein. (Kleiner Spoiler: aber nur bis zum Mittag) Wir kommen gut und problemlos voran und machen gegen 13 Uhr am Gipfel eine kleine Vesper Pause. Hier bleiben wir allerdings nicht allzu lange, denn am Himmel machen sich ein paar dunkle Wolken bemerkbar. Also machen wir uns, mit gefüllten Mägen, so allmählich an den Abstieg. Dieser besteht zum einen aus Abklettern und zum anderen müssen wir uns 6 mal 20 Meter Abseilen. Unten angekommen, es ist mittlerweile 15 Uhr, fängt es auch schon leicht zu regnen an, weshalb wir schnell den Weg zur Hütte einschlagen. Eine gute Stunde später, einem Seilverklemmer sei Dank, sind wir auch schon angekommen und es regnet mittlerweile in Strömen. Als wenig später die Letzten von uns eintreffen machen wir es uns in der Hütte gemütlich und lassen uns gigantische Berge an Nudeln mit Pesto schmecken. Hier endet der Abend allerdings noch nicht, da gewisse Zwillinge morgen Geburtstag haben. Die Getränkekasse wird aufgrund dieser Feierlichkeit ordentlich aufgefüllt. Während ein paar extreme Müdigkeit verspüren und noch vor 0 Uhr in die Betten fallen, schafft es der ein oder andere erst in den Morgenstunden ins Bettchen.

Sonntag, 11.06.2023: Abstieg und Heimreise

Nachdem gestern Abend entschieden wurde, dass es heute keine weitere Klettertour geben wird, stand heute also nur noch die Heimreise auf dem Programm. Trotzdem, dass für einige die Nacht kürzer war, als für andere und der ganze Schlafsaal von Kuhglocken geträumt hat stehen wir um 7:30 Uhr auf. Nach einem resteverwertenden Frühstück packen wir alle unsere Rucksäcke (die einiges leichter sind), machen noch schnell ein Gruppenbild und brechen um 10 Uhr Richtung Fahrräder auf. Noch ein letzter Blick zur wunderschönen Oberreintalhütte und dann sind wir schon um 11 Uhr bei unseren Fahrrädern. Die Fahrt nach Garmisch verläuft, bis auf eine kleine Reifenpanne zügig und so sind wir schon um 12:50 Uhr dort. Nach einer kleinen Diskussion mit dem Schaffner dürfen wir auch dort in den Zug einsteigen und uns Richtung Heimat begeben. Der Umstieg in München verläuft trotz dem ganzen Andrang auch sehr gut und so kommen wir schon um 17:20 Uhr zu Hause an. Erschöpft aber glücklich können wir alle am Sonntagabend auf ein wunderschönes Wochenende zurückblicken

Vielen Dank auch an unsere Freund von der Sektion Amberg, es war eine super Zeit mit euch und wir freuen uns schon auf die nächste Aktion!

Auf bis zum nächsten Jahr und bis dann mit einem einfachkräftigen HmlaA