Sonntag, 18.01.2026: Jochberg Rechtes Gully, 250m, WI3 + Latschen grubbern
Da es heute leider schon wieder nach Hause geht, stehen wir bereits um 6.00 Uhr auf. Der Plan: spätestens um 17.00 Uhr von Benediktbeuern losfahren, um ausnahmsweise einmal früher zuhause zu sein. Doch es kommt – wie so oft – alles anders als geplant …
Nach dem Frühstück und dem morgendlichen „Rumräumen“ machen wir uns gegen 7.30 Uhr auf den Weg in Richtung Kochelsee. Nach etwa 15 Minuten Fahrt erreichen wir den noch wenig besuchten Parkplatz. Von dort folgen wir – wie im Topo beschrieben – einem ausgetrockneten Bachbett, das uns zur Nordwand des beliebten Jochbergs führt.
Nach kurzer Überlegung entscheiden wir uns für den ersten Wasserfall, den wir sehen, da das Eis einen sehr guten Eindruck macht. Um zum Eisfall zu gelangen, kraxeln wir noch ein paar Höhenmeter den Hang hinauf, bevor wir den ersten gebohrten Abseilstand erreichen. Um 9.00 Uhr beginnt die Eiskletterei. Wir steigen mehrere kürzere und längere Eisfälle hinauf. Die Eisqualität ist exzellent, die Schwierigkeit mit WI 3 überschaubar – ideales Gelände, um entspannt voranzukommen. Zwischendurch testen wir alte Eishaken von Bene und Gigis Opa, die erstaunlich gut halten (allerdings muss man sie dafür etwa zehn Minuten lang ins Eis schlagen). Nachdem der rostige Haken wieder ordnungsgemäß entfernt ist, geht es über einen weiteren längeren Eisfall nach oben. Schließlich stehen wir jedoch vor einer vollkommen trockenen Rinne. Links davon erkennen wir Trittspuren im Hang, und so entscheiden wir uns gegen 12.00 Uhr, die eigentliche Tour zu verlassen.
Nach wenigen Metern treffen wir auf eine Seilschaft, die gerade abseilt. Da wir weiterhin Stände vorfinden, entschließen wir uns gegen eine Umkehr und dafür, durch relativ steiles Gelände auf den Grat zu gelangen. Diese Entscheidung markiert den Beginn einer vierstündigen Kraxelei durch Latschen und brüchigen Fels, die uns sowohl physisch als auch psychisch fordert. Nach einer gefühlten Ewigkeit wird das Gelände endlich flacher. Wir packen das Seil ein und stapfen die letzten Meter hinauf zum lang ersehnten Wanderweg am Grat. Dort deponieren wir unsere Rucksäcke, um uns nach den Strapazen doch noch mit der Aussicht vom Gipfel zu belohnen. Um 16.15 Uhr stehen wir schließlich auf dem Gipfel des Jochbergs – gemeinsam mit einigen Wanderern, die offensichtlich einen deutlich einfacheren Weg gewählt haben.
Beim Abstieg ist nochmals Konzentration gefragt, da der Wanderweg teilweise komplett vereist ist. Der ein oder andere macht dabei Bekanntschaft mit dem Boden, glücklicherweise ohne Verletzungen. Gegen 17.00 Uhr erreichen wir schließlich das Auto, das Gigi netterweise bereits vom Parkplatz geholt hat. Etwa 20 Minuten später sind wir wieder in Benediktbeuern, wo noch Aufräumen und Putzen anstehen. Nach einer wohlverdienten Dusche gibt es endlich Abendessen – tagsüber hatten wir uns lediglich von Müsliriegeln ernährt. Um 20.00 Uhr geht es schließlich mit rund drei Stunden Verspätung in Richtung München, wo wir noch einen kurzen Zwischenstopp in Filips Wohnung einlegen. Um 23.15 Uhr kommen wir schließlich in Schwabach an. Unser ursprünglicher Plan, einmal früh zuhause zu sein, ist damit endgültig gescheitert.